Antitranspirante & Deodorants

Übersetzt aus dem Englischen und neu aufgesetzt von Katharina Groß - 2019

Was sind Deodorants?

Deodorants sind Körperpflegeprodukte, die in der Regel örtlich auf den Achselhöhlen angewendet werden, um den unangenehmen Geruch zu minimieren, der durch Bakterien im Schweiß verursacht wird. Deodorants werden von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) als Kosmetika eingestuft. Sie enthalten meistens einen Duft. Sie sind heute in Form von Spray (Aerosol), Stift, Pumpspray, Roller (Roll-On), getränktes Tuch, Creme, Kristall oder Puder erhältlich. Das Deo übernimmt neben der Geruchüberdeckung die Aufgabe, Mikroorganismen, die für die Geruchsbildung verantwortlich sind, zu kontrollieren. Zudem beeinflusst es die Aktivität der Schweißdrüsen.

 

 

Was sind Antitranspirante?

 

Antitranspirante sind Stoffe, deren Hauptfunktion darin besteht, das Schwitzen zu hemmen. Diese Substanzen reduzieren die Aktivität der Schweißdrüsen und verringern in der Folge den Körpergeruch. Sie kommen in Deos zur Anwendung. Durch die Hemmung des Schweißes kommt es über einen gewissen Zeitraum zu keinem Bakterienwachstum. Antitranspirante werden von der FDA als OTC-Medikamente (Over-The-Counter) eingestuft, denn sie erfüllen die Aufgabe, die Schweißbildung als biologische Funktion zu verhindern. Antitranspirante haben eine Aluminiumbasis. Diese verstopft den Schweißkanal. Damit wird der Schweißfluss zur Hautoberfläche gestoppt. Weitere transpirationshemmende Wirkstoffe die in diesen Deos vorhanden sind, sind Aluminiumchlorid, Aluminiumchlorhydratkomplexe und Aluminium Zirconium Komplexe.

 

Wie funktioniert ein Antitranspirant?

 

Wenn ein Antitranspirant auf die Haut aufgetragen wird, lösen sich die transpirationshemmenden Wirkstoffe. Das sind in der Regel Aluminiumsalze. Sie lösen sich im Schweiß (Feuchtigkeit), der auf Haut der Achselhöhle entsteht, auf. Diese gelösten Salze bilden ein Gel, das einen kleinen temporären "Pfropfen" auf der Oberseite der Schweißdrüse bildet und diesen fast komplett verschließt. Die Menge an Schweiß, die an die Hautoberfläche gelangt reduziert sich dadurch erheblich. Was die Wirksamkeit betrifft, so hält der Antitranspirant bis zum nächsten Baden oder Waschen.

Forscher haben herausgefunden, dass eine regelmäßig Anwendung von Antitranspiranten den Schweiz dauerhaft reduziert und die Achseln den ganzen Tag über frisch zu halten. Der Vorteil dieser Deodorants ist, dass sie weder die natürliche Funktion des Körpers noch die Thermoregulation beeinträchtigen und lediglich das Achselschwitzen reduzieren. Während sich in unserem Körper zwischen 2 und 5 Millionen Schweißdrüsen befinden, wird in den Achselhöhlen nur etwa ein Prozent des Körperschweißes produziert.

 

Warum schwitzen Menschen?

 

Schwitzen ist natürlicher, biologischer Prozess, der direkt nach der Geburt beginnt. Dieser Mechanismus des Körpers ist essentiell, denn er hält uns kühl. Der Körper überhitzt beim Sport, wenn die Muskel arbeiten, während des Trainings, bei Stress, hoher Luftfeuchtigkeit oder wenn die Außentemperatur hoch ist. Durch das Schwitzen reguliert der Körper auf natürliche Art und Weise seine Temperatur. Zudem scheidet der Körper dadurch mehrere Liter an Flüssigkeit aus.

 

Es gibt zwei Arten von Schweißdrüsen. Die ekkrinen Schweißdrüsen, die von Geburt an vorhanden sind. Sie kommen im Körper am häufigsten vor und produzieren den größten Teil des Schweißes in den Achselhöhlen. Sie öffnen sich direkt auf der Hautoberfläche. Die apokrinen Schweißdrüsen entwickeln sich mit den Jahren. Sie werden unter anderem durch Emotionen ausgelöst sowie an Stellen, die reich an Haarfollikeln sind, wie die Kopfhaut, die Achselhöhlen und die Genitalien. Apokrine Schweißdrüsen werden erst nach der Pubertät aktiv und haben mit der Temperaturregulierung wenig zu tun.

 

Eigenschaften von Schweiß

 

Der Schweiß ist eigentlich geruchlos. Was den unangenehmen Geruch verursacht, sind die Bakterien, die auf der Haut leben und den Schweiß abbauen. Wie erwähnt, besitzt ein Mensch mehrere Millionen Schweißdrüsen im Körper, sodass sich viele verschiedene Gerüche entwickeln können. Antitranspirant- und andere Deo-Produkte sollen die Achsel trocken halten und für einen angenehmen Geruch sorgen. Diese Produkte, die für Männer sowie für Frauen entwickelt wurden, umfassen Aerosole, Sprays, Pumps, Roll-Ons, feste Stifte, Gele und Cremes.

 

Sicherheitsinformation zu Deodorants

 

Wie alle kosmetischen Produkte müssen Deodorant- und Antitranspirant-Produkte sowie ihre Inhaltsstoffe sicher sein, bevor Verbraucher sie nutzen dürfen. Darüber hinaus werden Antitranspirante von der Food and Drug Administration als Over-The-Counter-Medikament (OTC) reguliert. Die Hersteller müssen nachweisen, dass ihr Antitranspirant-Deo wirksam und sicher in der Anwendung ist und alle Anforderungen erfüllt, die im OTC-Antitranspirant-Monograph der FDA festgehalten sind. Einzelne schweißhemmende Wirkstoffe werden zudem von der FDA auf Sicherheit hin überprüft. Darüber hinaus dürfen in den USA lediglich Produkte vertrieben werden, die auf der von der FDA zugelassenen Liste der schweißhemmenden Monographien stehen.

 

Mythen und Fakten

 

Stimmt es, dass Antitranspirante und Deodorants krebserregend sind?

 

Im Internet gibt es jede Menge Angaben, Gerüchte und Gruselgeschichten zu zahlreichen Produkten, die mehrere Millionen Menschen pro Minute erreichen, und oft glaubwürdig erscheinen. Diese Mythen besagen unter anderem, dass Antitranspirante und Deodorants Brustkrebs verursachen können. Laut des National Cancer Institute (NCI) erschien der erste Mythos zu Antitranspiranten in den 90er Jahren. Per E-Mail zirkulierte die Nachricht, dass Deos Brustkrebs verursachen würden, da in diesen Produkten schädliche Substanzen enthalten seien, die über die Haut aufgenommen werden oder durch die Rasur der Achseln in den Körper dringen würden. Das NCI sagt, dass es keine wissenschaftlichen oder medizinischen Beweise gibt, bei denen Antitranspiranten oder Deodorants als Ursache für die nachfolgende Entwicklung von Brustkrebs in Verbindung kämen.

 

Das NCI gibt zudem an, dass die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA), die unter anderem Kosmetika, Medikamente und Medizinprodukte reguliert, keine Beweise oder Forschungsdaten darüber hat, dass Inhaltsstoffe von Antitranspiranten Krebs unter den Armen oder der Brust verursachen. Ebenso sind sich die The Mayo Clinic, die American Cancer Society (ACS) und WebMD-Experten einig, dass diese Deos nicht krebserregend sind. Eine Rasur kann lediglich das Risiko einer Hautinfektion erhöhen. Woher der Mythos kommt, ist unklar. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Frauen, die zur Mammographie gehen, aus Sicherheitsgründen kein Deo oder Antitranspirant auftragen dürfen. Denn Rückstände dieser Produkte können das Röntgenbild stören.

 

Studie beweist: Kein Brustkrebs durch Deo

 

Im 2002 wurde im Journal des National Cancer Institute eine Studie veröffentlicht. Darin wurde untersucht, in wie weit Deos krebserregend sind. In der Studie wurden 813 Frauen mit Brustkrebs und 703 Frauen ohne Brustkrebs untersucht. Das Ergebnis: Antitranspiranten verursachen keinen Brustkrebs. Ebenso wurde in dieser Studie die  Theorie wiederlegt, dass die Rasur im Achselbereich das Risiko für Brustkrebs erhöht, wenn ein Deodorant oder Antitranspirant benutzt wird. Eine ähnliche Studie wurde am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle durchgeführt. Dort kam man zum gleichen Ergebnis. Das ACS schreibt auf seiner Website: „In der medizinischen Literatur gibt es keine epidemiologischen Studien, die den Einsatz von Antitranspiranten in Verbindung mit Brustkrebs bringen. Es sind keine wissenschaftlichen Beweise vorhanden, um diese Behauptung zu untermauern.“

 

Parabene in Antitranspirant- oder Deodorant-Produkten: Ist das gefährlich?

 

Einige Forscher vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen Parabenen und Krebs gibt, und äußerten sich besorgt über die Verwendung von Parabenen als Inhaltsstoff in Antitranspirant-Deodorant-Produkten. Die Parabene verursachen Krebs, wenn sie, wie das Hormon Östrogen, durch einen Prozess wirken. Dieser Prozess wird als endokrine Störung bezeichnet.

 

Die FDA gibt auf ihrer Webseite an, dass auf der Grundlage veröffentlichter Studien und wissenschaftlicher Literatur zu Parabenen keine verlässlichen Informationen vorhanden sind, die bestätigen, dass Parabene in Kosmetika einen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben. Die FDA erläutert zudem, dass fast alle bekannten Marken von Deodorants und Antitranspiranten keine Parabene enthalten. Selbst wenn diese Substanzen enthalten wären, wäre deren östrogenähnliche Aktivität sehr gering. Nur bei einer extrem hohen Dose von Parabenen, die weitaus höher ist, als man diesen tatsächlich ausgesetzt ist, könnte es zu einer östrogenähnlichen Aktivität kommen. Selbst bei wiederholter Verwendung dieser Deos käme es zu keinem Nebeneffekt.

 

Darüber hinaus haben laut Studien viele Lebensmittel eine schwache östrogene Wirkung. Diese natürlich vorkommenden Stoffe werden Phytoöstrogene genannt und kommen in Soja sowie in bestimmtem Obst und Gemüse vor. Einige dieser Phytoöstrogene zeigten ähnliche Ergebnisse wie die Parabene. In diesen Studien wurde zudem gezeigt, dass Parabene 10.000-mal schwächer als die stärksten Phytoöstrogene und 100.000-mal schwächer als Östradiol (vom Körper produziertes Östrogen) wirken.

 

Darüber hinaus wurde 2008 eine Gruppe klinischer Experten für Onkologie gegründet. Diese hat die Analyse und Überprüfung von wissenschaftlicher Literatur im Zusammenhang mit Parabenen in Antitranspirant-Produkten und Krebs zur Aufgabe. Neunundfünfzig Studien, die aufgrund der Literaturrecherche gefunden wurden, wurden überprüft und neunzehn Artikel mit verschiedenen Methoden für eine eingehende Analyse ausgewählt. Angesichts der Tatsache, dass Parabene in Antitranspiranten nicht oder kaum vorhanden sind, kamen die Experten zu einer Schlussfolgerung: Nach Analyse der verfügbaren Literatur zu diesem Thema gibt es keinerlei wissenschaftlichen Beweise zur Untermauerung der Hypothese. Die Expertengruppe stimmt mit den französischen, europäischen und amerikanischen Gesundheitsbehörden überein. Parabene sind nicht gesundheitsschädlich.

 

Sollte man mir Gedanken über Aluminium in Antitranspiranten machen?

 

In den 60er und 70er Jahren wurde Aluminium als mögliche Ursache für Alzheimer benannt. Dieser Verdacht führte zu Bedenken hinsichtlich der täglichen Nutzung von Produkten mit Aluminium wie Kochtöpfen, Folien, Getränkedosen, Antazida und Antitranspiranten. Seitdem wiederlegten zahlreiche Studien, dass Aluminium eine Rolle bei der Entstehung von Alzheimer spielt.

 

Die US-amerikanische FDA kam zu dem Schluss, dass das Problem der Aluminiumtoxizität und Alzheimer-Krankheit in der Literatur nach wie vor umstritten und nicht eindeutig geklärt ist, aber die verfügbaren Beweise nicht ausreichen, um Aluminium mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung zu bringen. Die meisten Wissenschaftler konzentrieren sich deshalb auf andere Forschungsbereiche. Nur wenige Experten glauben heute, dass alltägliche Aluminiumquellen eine Bedrohung darstellen.

 

Verhindern Antitranspirante die Freisetzung schädlicher Toxine durch die Achsellymphknoten?

 

Im Internet wird häufig behauptet, dass Antitranspirante den Körper davon abhalten, Toxine auszuschwitzen, die für die Ausbreitung von krebserregenden Toxinen in den Lymphknoten verantwortlich sind. Diese Theorie stimmt mit dem Wissen, was über biologische und physiologische Prozesse des menschlichen Körpers bekannt ist, nicht überein. Der Körper beseitigt zwar Abfälle und andere Toxine, doch spielen die Lymphknoten beim Schwitzen keine Rolle. Zwar tragen sie dazu bei, Abfälle,  Toxine, Bakterien, Viren und andere Bedrohungen für den Körper zu beseitigen, allerdings nicht beim Schwitzen. Die Lymphknoten sind zudem nicht mit den Schweißdrüsen verbunden. Auch in den Lymphknoten selbst befinden sich keine Schweißdrüsen. Die Organe, die für die Beseitigung von Abfall und Giftstoffen verantwortlich sind, sind die Nieren und die Leber. Die schädlichen Substanzen werden mit dem Urin aus dem Körper gespült. Die von der Leber beseitigten Giftstoffe werden über den Kot ausgeschieden.

 

Verweise

 

Mirick, D. K., Davis, S. und Thomas, D. B. (2002) Verwendung von Antitranspirantien und das Risiko von Brustkrebs. J. Natl Cancer Inst. 94(20):1578-80.

       

Quelle: antiperspirantsinfo.com

 

 

 

 

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