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Impotenz durch Radfahren – was ist dran am Mythos?

Impotenz durch Radfahren – was ist dran am Mythos?

 

Impotent durchs Radfahren? Obwohl das Radeln gesund ist und fit hält, machen sich viele männliche Radfahrer Sorgen und stellen sich die Frage, ob das Sitzen im harten Sattel eigentlich ihrer Potenz schadet. Wir haben recherchiert und die Ergebnisse im folgenden Artikel zusammengetragen.

Impotenz durchs Radfahren - ein Jahrtausende alter Mythos

Die Idee, dass sich permanentes Sitzen auf harten Oberflächen negativ auf die Fähigkeit auswirkt, eine Erektion zu bekommen, ist nicht neu. Schon der griechische Arzt Hippocrates schrieb um 400 vor Christus über das Reitervolk der Skythen: "Die andauernden Erschütterungen auf ihren Pferden machen sie unfähig für Geschlechtsverkehr. Ein großer Teil der Skythen wird impotent". Ob der Arzt Recht hatte, ist leider nicht bekannt. Die Befürchtung allerdings, dass die Art ihrer Fortbewegung  Auswirkungen auf die Aktivität ihres Penis haben könnte, hat es bis in die Neuzeit geschafft. Zwar spielen Pferde diesbezüglich nur noch eine untergeordnete Rolle, dafür haben die Herren der Schöpfung jetzt den Sattel ihrer Drahtesel im Visier. 

Die Wissenschaft befasste sich mit dem Thema erstmals im Jahr 1987. In einem dokumentierten Fallbericht  kann man nachlesen, dass ein 55 Jahre alter Mann täglich zwölf Minuten auf seinem Heimtrainer trainiert hatte. Die ersten Probleme stellte er nach zwei Jahren fest, als er manchmal während des Trainings eine Enge rund um die Eichel verspürte, die nach einigen Minuten allerdings von alleine wieder verschwand. Auch fand der Mann es zunehmend schwieriger, eine Erektion zu bekommen und zu halten.  Die Probleme verstärkten sich weiter, als der Mann das Training auf 20 Minuten am Tag ausdehnte und führten fast zur völligen Impotenz, wie man im ärztlichen Fachmagazin "Postgraduate Medicine" nachlesen kann. Erst nach einer einmonatigen Rad-Abstinenz verbesserte sich sein Zustand und die Beschwerden verschwanden wieder.

Widersprüchliche Studienergebnisse

Die Veröffentlichung der Beobachtungen dieses Fallbeispiels rief weitere Wissenschaftler auf den Plan, die das Thema intensiver untersuchten. Allerdings lieferten Studien, die in den folgenden Jahrzehnten durchgeführt wurden, widersprüchliche Ergebnisse. So befragten norwegische Wissenschaftler im Jahr 1997 160 Radfahrer, nachdem diese über eine Strecke von 540 Kilometern im Sattel ihres Rades an einem Amateurrennen teilgenommen hatten. Dabei gaben 22 Prozent der Radler an, dass sie das Gefühl hätten, dass etwas mit den Nerven im Schambereich nicht stimme. 21 Prozent klagten gar über ein Taubheitsgefühl im Penis, während 13 Prozent nach dem Rennen mit Erektionsproblemen zu kämpfen hatten.

Bei einer anderen Befragung, die fast zehn Jahre später im Jahr 2016 durchgeführt wurde, fanden die Wissenschaftler aber  kein erhöhtes Risiko für eine Impotenz bei Radfahrern. Zuvor hatten die Forscher rund 4000 Läufer, Schwimmer und Radfahrer zu möglichen Symptomen im Schambereich befragt, wobei die Impotenzrate bei allen drei Sportarten gleich hoch war.

Unter den Radfahrern hatten diejenigen, die jeden Tag auf dem Rad saßen und das intensivste Trainingsprogramm absolvierten, die wenigsten Probleme mit ihrer Erektionsfähigkeit. Die Radfahrer, die mindestens 20 Prozent der gesamten Strecke aus dem Sattel gingen und im Stehen fuhren, berichteten seltener von Taubheitsgefühlen im Penis oder am Schambein. 

Urologe gibt Entwarnung

Die Studienlage ist also alles andere als eindeutig. Das weiß auch Stefan Staudte, Facharzt für Urologie in München und Hobbyradfahrer, der früher selbst bei Radrennen in die Pedale getrampelt hat. Seiner Erfahrung nach sind es vor allem große Distanzen im Sattel, die für eine vorübergehende Flaute in der Hose sorgen. "Es kommt durchaus vor, dass Radfahren zu Fällen temporärer Impotenz führen kann", sagte Staudte in einem Interview mit dem Magazin "Spiegel Online". "Allerdings ist das ziemlich selten und wenn, dann sind vor allem Radler betroffen die häufig sehr lange Strecken ohne Pausen fahren." Viel häufiger trifft der Mediziner in seinem Berufsalltag auf Taubheitsgefühle im Schambereich, die durch Radfahren ausgelöst wurden. Das seien aber vor allem Frauen.

Fachleute glauben, dass es vor allem eine schlechte Sitzposition ist, die zu gesundheitlichen Beschwerden im Intimbereich führt. Ruht das Körpergewicht nicht gleichmäßig auf beiden Sitzknochen, wird der Damm übermäßig belastet. Dabei handelt es sich um den äußerst sensiblen Bereich zwischen den Genitalien und dem After, durch den zahlreiche Nervenenden und Arterien laufen, die den Penis steuern und im Falle einer Erektion die drei Schwellkörper mit Blut versorgen. Drückt das Körpergewicht diesen Bereich auf den harten Fahrradsattel, kann Nervengewebe beschädigt werden. Durch Hin- und Herrutschen im Sattel entstehen sogenannte Scherkräfte, die das Gewebe so sehr belasten, dass es Schaden nehmen kann.

Eine veränderte Sitzposition kann helfen

Wer während des Radfahrens im Genitalbereich keine Schmerzen und kein Taubheitsgefühl verspürt, muss sich gar keine Sorgen machen und kann beruhigt weiterradeln. Anders sieht es aus, wenn das Schambein taub wird, es Probleme beim Wasserlassen gibt oder Schmerzen auftreten. Dann ist höchste Zeit, etwas zu ändern, was allerdings nicht bedeutet, die gesunde Tätigkeit des Radfahrens aufzugeben. Vielmehr empfiehlt es sich, die Sitzposition zu verändern. Die Harvard Medical School rät Radfahrern, den Lenker ein bisschen höher zu stellen, um das Gewicht gleichmäßig auf die Knochen im Gesäß zu verteilen. Bei Rennrädern sollte sich der Lenker nach Ansicht der Experten mindestens auf derselben Höhe befinden wie der Sattel

Der Sattel muss zum Hintern passen

Das A&O ist allerdings ein Sattel, der zum Körper passt und in diesem Zusammenhang kommt es vor allem auf die Breite des Sattels an. Dieser sollte so breit sein, dass die Sitzknochen bequem Platz finden. Der Abstand dieser Sitzknochen ist allerdings bei jedem Menschen verschieden. Ähnlich wie bei Schuhen, die ebenfalls zum individuellen Fuß passen müssen, muss also auch der Sattel an die individuellen Begebenheiten angepasst werden. Als Faustregel gilt: Je aufrechter der Radfahrer sitzt, desto breiter muss der Sattel sein. 

Von Spezialsätteln, die beispielsweise ganz ohne Nase kommen oder bei denen die Sitzfläche in zwei Teile geteilt ist, halten Experten wenig. "Auf diesen Sätteln sitzt man zu instabil", weiß Urologe Staudte. Vielmehr sei es wichtig, darauf zu achten, dass die Sattelspitze nach unten zeigt und die eigentliche Sitzfläche leicht erhöht ist. "Dadurch liegt der Damm vorne nicht auf und es kommt zu einer geringeren Druckbelastung", sagt der Mediziner.

Fazit:

Es kann sein, dass intensives und langes Radfahren negative Auswirkungen auf die Erektionsfähigkeit hat, sehr wahrscheinlich ist das aber nicht. Wer allerdings Schmerzen oder ein Taubheitsgefühl im Schambereich verspürt, wenn er auf dem Drahtesel sitzt, sollte seine Sitzposition kontrollieren und gegebenenfalls anpassen. Das Radfahren ganz an den Nagel zu hängen, ist übrigens keine gute Idee. Wie jede andere Sportart auch ist das Radfahren sehr gesund und fördert die Durchblutung, was in Hinsicht auf die Erektionsfähigkeit ja auch nichts Schlechtes ist.